Leserbriefe

August 2018


Schulterschluss im Bemühen um eine Energiewende ohne Windstrom

Unter dem Namen Schwarzwald Vernunftkraft e.V. haben sich regionale Bür­gerinitiativen gegen den Windenergie-Ausbau auf den Schwarzwaldhöhen zusammengeschlossen. Sie reagieren damit auf die Planung und Aufstellung neuer Windenergieanlagen, die von Landesregierung und Windindustrie weiter vorangetrieben werden, trotz ihrer negativen Bilanz auf allen wesentlichen Ebenen. Der Verein ist Mitglied in der Bundesinitiative Vernunftkraft.de.

1. In den letzten Jahren ist deutlich geworden, dass Windstrom keinen Beitrag zu einer nachhaltigen Energiewende leisten kann. Der Flatterstrom, den die fast 700 Anlagen in Baden-Württemberg tatsächlich erzeugen, ist weit davon entfernt, die Leistung eines einzigen Atomkraftwerks wie z.B. Fessenheim zu ersetzen. Ebenso ernüchternd fällt die Klimabilanz aus: die in Deutschland errichteten ca. 30 000 Anlagen reduzieren nur einen unwesentlichen Anteil des CO2 der Atmosphäre (0,05 %), selbst diese winzige Einsparung wird durch den Emissionshandel in ande­ren EU-Ländern freigesetzt. Trotz gegenteiliger Behauptungen: Windenergie­anlagen in Deutschland dienen nicht der Klimarettung. Im Schwarzwald kommt die meist sehr geringe Windhöffigkeit erschwerend hinzu. Vielen Bürgern ist nicht bewusst, dass diese Anlagen meist wirtschaftlich nicht existenzfähig sind und erhebliche Subventionen verschlingen.

2. Zugleich verstärken sich die Belege für das Gesundheitsrisiko: Windenergieanlagen erzeugen Infraschall in Form von Pulsen mit mehreren Kilometern Reichweite. Diese Druckpulse sind weder hörbar noch dämmbar. Sie können gefährliche Schlafstörungen verursachen, die zu einer Dauerstress-Situation und vielfältigen Folgekrankheiten führen. Deutsche Wissenschaftler haben im Vorjahr drei Gehirn-Regionen gefunden, die im Unterbewusstsein auf Infraschall reagieren. Als Vorsorge gegen Infraschall-Schäden hilft nur ausreichen­der Abstand zwischen Windrad und Wohngebäude. Ärzte aus aller Welt fordern seit Jahren einen MINDESTabstand in 10 facher Anlagenhöhe. Bei Anwendung dieses Gesundheitskriteriums verbietet sich in vielen Regionen des Schwarzwalds die Planung weiterer WKA.

Eine steigende Zahl von Bürgern ist nicht länger bereit, eine Energiewende zu unterstützen, die mit der Gesundheit vieler Menschen und unübersehbaren Umweltproblemen erkauft wird, obwohl sie gerade deren Schutz versprochen hat. Die Fehlentwicklungen gehen längst über Gemarkungsgrenzen oder Naturschutz-Areale hinaus und erfordern Informationsaustauch und gemein­sames Handeln.

Die Mitglieder des neuen Vereins stellen die übergreifenden Probleme des Gesundheits- und Landschaftsschutzes in den Vordergrund. Dazu werden den Bürgern Kenntnisse und Informationen vermittelt und ihre Interessen gegenüber der Kommunal- und Landespolitik vertreten. Der Vereinsname weist daraufhin, dass diese Aktivitäten mit der Forderung nach Entwicklung und Nutzung zukunfts­fähiger, weniger risikovoller Energieformen einhergehen. Hierzu zählen u.a. moderne Photovoltaik und Wasserstoff-Technologie (basierend auf künst­licher Photosynthese), vor allem aber eine konsequente Änderung unserer Energie-verschwendenden Lebensweise.

Im Namen der Schwarzwald Vernunftkraft e. V.

Prof. Dr. Werner Roos, Vorsitzender

Internet: www.vernunftkraft-schwarzwald.de.

15. 8. 2018


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Schwarzwald Vernunftkraft e.V.
info (at) schwarzwald-vernunftkraft.de